upload/posts/thumbs/WHO-Logo.jpg Rubrik: Wissenschaft

Neue Studie zu Werbepraktiken von Muttermilchersatzprodukten-Hers Datum: 03. März 2022

WHO und UNICEF veröffentlichen neues Statement zu Werbepraktiken der Formulahersteller anhand neuer Studien über die Einflussnahme auf Eltern und Ernährung

Der Internationale Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten (Englisch: International Code of Marketing of Breast-milk Substitutes) wurde 1981 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet. Seitdem wird der WHO-Kodex alle zwei Jahre von Folgeresolutionen ergänzt und präzisiert. Das Ziel des WHO-Kodexes ist es, die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten auf Kosten des Stillens zu verhindern und eine sichere Ernährung von Säuglingen mit Muttermilchersatzprodukten zu fördern, wenn diese gebraucht werden.

Der WHO-Kodex

⇒ Die Gesundheit der Säuglinge ist zu kostbar, um sie dem Wettbewerb und den üblichen Vermarktungsstrategien von Herstellern und Händlern auszusetzen. Laut WHO könnten weltweit 800.000 Kinder-Leben im Jahr gerettet werden, wenn alle Kinder zwischen 0 und 23 Monaten optimal gestillt würden. Auch in den entwickelten Ländern hat Nicht-Stillen kurzfristige und langfristige Folgen für die Gesundheit der Kinder.

Da die Firmen an künstlicher Säuglingsnahrung massive Umsätze machen, ist der Kampf gegen Kodexverletzungen nicht einfach. Die jährlichen Umsätze der Säuglingsnahrungsindustrie betragen weltweit 45 Milliarden US$ und nehmen massiv zu. Für 2019 sind bereits 70 Milliarden US$ geschätzt – aufkosten des Stillens

Die Studie

Sie beschreibt die gängigsten Marketingpraktiken. Zum Beispiel werden online Kontaktdaten von Schwangeren gesammelt, um dann diesen zielgerichtete Werbung zukommen zu lassen. Oft werden die Produkte nahezu als gleichwertig zur Muttermilch dargestellt, oft noch als allergievorbeugend und ganz besonders verträglich. In Großbritannien haben alle Hersteller digitale Baby-Clubs gegründet, stellen sich überaus freundschaftlich und vorurteilsfrei an die Seite der Familien. Dazu bieten sie 24/7-Hotlines und wecken auf ganz subtile Art Zweifel bei den Eltern, ob das Stillen gut klappt und ihre Babys ausreichend versorgt sind. Professionelle Marketingkampagnen zielen auf positive Emotionen und bewerben mit beliebten Influencerinnen als deren Botschafterinnen ihre Produkte. Zudem werden nach wie vor Gesundheitsfachkräfte gezielt angesprochen und manche davon geben die Botschaften – wissentlich oder unwissentlich – an ihre Patienten und Familien weiter.

All diese Geschäftspraktiken verletzen den „WHO-Kodex“, den Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten. Dieser Kodex soll das Stillen und junge Familien vor kommerziellen Interessen schützen. Denn Milchpulver zu vermarkten ist ein Milliardengeschäft, während an einer gelingenden Stillbeziehung niemand verdient. Gleichzeitig ist wissenschaftlich gut belegt, dass das Stillen lebenslange positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind hat, auch in Industrieländern wie Deutschland.

Der WHO Kodex macht daher ausdrücklich keinen Unterschied in seinem Geltungsbereich. Er gilt für Entwicklungsländer und Industrienationen gleichermaßen.

Weitere Informationen und der Artikel zur WHO Studie zum vertiefenden Nachlesen finden sie hier:

meldungen-2022/maerz/who-bemaengelt-werbepraktiken-fuer-flaschennahrung

 



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